ODeCon – Mit additiver Fertigung neue Geschäftsfelder in der Fahrzeugindustrie erschließen

Die Transformation in der Fahrzeugindustrie ist unweigerlich mit neuartigen Fahrzeugkonzepten verbunden, die z.B. eher elektrische denn mechanische Zulieferteile benötigen. In Folge dessen lösen sich oftmals etablierte Kunden-Lieferanten-Beziehungen auf. Zulieferunternehmen sind gezwungen Geschäftsfelder zu erschließen, in denen neue Bedarfe entstehen.

Auf der Seite der Hersteller wird im Zuge der Transformation die Bereitstellung von Ersatzteilen für ältere Fahrzeuge und Maschinen zu einer großen Herausforderung. Die Nachfrage ist häufig gering und schwer vorhersehbar, zugleich müssen Bauteile mitunter noch lange nach dem Ende der Serienproduktion verfügbar sein. Werden solche Teile im Voraus gefertigt und eingelagert, beansprucht dies Lagerkapazitäten, bindet Kapital und ist daher letztlich wirtschaftlich unattraktiv. Insofern ist die bedarfsorientierte Bereitstellung von Ersatzteilen oder die Reparatur von Komponenten ein Bereich, in dem sich Hersteller aber vor allem auch spezialisierte Drittanbieter mit neuartigen Leistungsangeboten positionieren können. Letztere können z.B. klassische Zulieferunternehmen sein, die neue Geschäftsfelder erschließen.

Diese Entwicklungen erzeugen bei unterschiedlichsten Akteuren entlang der Wertschöpfungskette spezielle Bedarfe: Zulieferer und Fertigungsdienstleister benötigen Verfahren, mit denen sich kleine Stückzahlen und komplexe Bauteilgeometrien wirtschaftlich herstellen lassen. OEMs müssen die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen sicherstellen, selbst wenn diese nur unregelmäßig nachgefragt werden. Betreiber benötigen schnellen Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturleistungen für Fahrzeuge und Maschinen, die über viele Jahre im Einsatz bleiben können. Konventionelle Produktions- und Servicekonzepte bieten nicht in jedem Fall eine wirtschaftliche tragfähige Antwort auf diese Anforderungen.

Die additive Fertigung eröffnet in diesem Zusammenhang attraktive Perspektiven: Ausgewählte Teile lassen sich bei Bedarf kurzfristig herstellen und beschädigte Komponenten durch gezielten Materialauftrag reparieren oder aufarbeiten.

Die in Kaiserslautern ansässige ODeCon engineering GmbH entwickelt und produziert entsprechende Fertigungstechnologien. Das Unternehmen ist auf kundenspezifische Maschinen und laserbasierte Lösungen für industrielle Anwendungen spezialisiert. Zu seinen Kernkompetenzen gehörten die Konstruktion komplexer Fertigungssysteme, die Integration industrieller Laser sowie die Entwicklung von Steuerungs- und Automatisierungstechnik.

Das Geschäft ist durch projektbezogene Engineering-Leistungen geprägt, bei denen spezialisiertes Wissen für individuelle Kundenanforderungen eingesetzt wird. Insbesondere für die Fahrzeugindustrie bietet die ODeCon engineering GmbH technologische Lösungen mit denen Hersteller und Zulieferunternehmen die oben skizzierten Herausforderungen bewältigen können. Diese sind besondere für den Bereich der Nutzfahrzeuge, Bau- und Landmaschinen relevant. Hier sind die Fahrzeuge häufig auf komplexe Metallkomponenten angewiesen, deren Herstellung, Ersatz oder Bevorratung mit hohen Kosten verbunden sein kann.

ODeCon nutzte seine Erfahrungen mit industrieller Lasertechnik für die Entwicklung von Lösungen für den additiven Materialauftrag. Anstatt aber die additive Fertigung als isoliertes Verfahren zu betrachten, verband ODeCon sie mit seinen vorhandenen Kompetenzen im Sondermaschinenbau sowie in der Steuerungs- und Automatisierungstechnik. Das Ergebnis war die auf dem Laser-Metal-Deposition-Verfahren basierende adAM-Plattform. Dabei wird metallisches Material mithilfe eines Lasers gezielt aufgetragen und anschließend veredelt. Die Plattform verbindet additive Fertigung z.B. mit Nacharbeit, Beschichtung und ergänzenden Bearbeitungsschritten in einem integrierten Fertigungssystem. Der integrale Ansatz ist für die industrielle Praxis relevant, da der Materialauftrag in der Regel nur einen Teil des gesamten Produktionsprozesses darstellt.

Abbildung 1: Die CNC-5-Achs-Hybrid-Laser-Werkzeugmaschine adAM-PRO verbindet additive Fertigung sowie Weiter- und Nachbearbeitung in einem System © ODeCon engineering GmbH

Mit der Plattform lassen sich ausgewählte Metallkomponenten und Ersatzteile in kleinen Stückzahlen herstellen, lokal begrenzte Verschleißstellen reparieren, hochwertige Bauteile aufarbeiten, funktionale Beschichtungen aufbringen oder vorhandene Komponenten modifizieren. Sie ist nicht dazu bestimmt, konventionelle Fertigungsverfahren generell zu ersetzen. Ob ihr Einsatz eine tragfähige Lösung darstellt, hängt unter anderem von Geometrie und Material des Bauteils, der Produktionsmenge, den Qualitäts- und Zertifizierungsanforderungen, der Prozesssicherheit, der erforderlichen Lieferzeit sowie den Kosten alternativer Fertigungs- oder Reparaturverfahren ab.

Abbildung 2: ODeCon engineering GmbH erhält den ersten Platz beim Technologiewettbewerb SUCCESS 2024 © ISB | Kristina Schäfer

Die daraus entstehenden geschäftlichen Perspektiven unterscheiden sich je nach Akteur. Mit der Entwicklung von adAM erweiterte ODeCon sein bestehendes Kompetenzprofil um die additive Fertigung und machte das vorhandene Engineering-Wissen über einzelne Sondermaschinenprojekte hinaus nutzbar. Dadurch entstanden neben dem traditionellen projektbezogenen Geschäft zusätzliche Marktpotenziale. Für die Entwicklung der adAM-Plattform erhielt ODeCon 2024 den ersten Platz beim Technologiewettbewerb SUCCESS.

Für die Plattformnutzer aus dem Bereich der Zulieferunternehmen und Produktionsdienstleister der liegt die wesentliche Chance in der Entwicklung zusätzlicher bzw. neuartiger Leistungen innerhalb der Wertschöpfungskette wie z.B. Beschichtungen, Reparatur und Aufarbeitung von Bauteilen oder Kleinserienfertigung von Ersatzteilen. Die adAM-Plattform kann somit eine technologische Grundlage für die Erschließung neuer Geschäftsfelder schaffen.

Für OEMs, welche die adAM-Platform nutzen, liegt der wesentliche Vorteil in einer flexibleren Ersatzteilbereitstellung, der Reduktion von Lagerbeständen und damit verbunden die Reduktion von Lager- sowie Kapitalbindungskosten.

KONTAKT:
ODeCon engineering GmbH
Hertelsbrunnenring 2 / Adient-Campus
67657 Kaiserslautern
E-Mail: info@odecon.de

Internet: www.odecon.de

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