Gesamtkonzept 2018-05-24T12:14:17+00:00

Die rheinland-pfälzische Fahrzeugindustrie – stark im Wandel

Die rheinland-pfälzische Fahrzeugindustrie –
Eckpfeiler unserer Wirtschaft

Die rheinland-pfälzische Fahrzeugindustrie (Automobil-, Nutzfahrzeug-, bzw. Land-, Bau- und Sondermaschinenindustrie) gehört zu den strukturbestimmenden Branchen unseres Landes. Die herausgehobene Rolle basiert auf ihrer direkten und indirekten volkswirtschaftlichen Bedeutung, ihrer Intensität im Bereich der Forschung und Entwicklung, ihres überdurchschnittlichen Exportanteils sowie ihrer Beschäftigungswirkung. Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie eine Vielzahl kleiner und mittlerer Zulieferbetriebe prägen das Bild der Branche in unserem Land. In den letzten fünf Jahren haben die Unternehmen der Branche zudem überdurchschnittlich stark zum Beschäftigungsaufbau in der rheinland-pfälzischen Industrie beigetragen.

Die Fahrzeugindustrie von Rheinland-Pfalz spielt in globalen Wertschöpfungsketten eine wichtige Rolle. Der Exportanteil liegt bei rund zwei Dritteln und belegt damit ein im internationalen Vergleich hohes Wettbewerbs-, Kompetenz- und Leistungsniveau der Branche. Dies hat zu einer starken internationalen Wettbewerbsposition der rheinland-pfälzischen Fahrzeugindustrie geführt. Fahrzeuge bzw. Fahrzeugteile aus Rheinland-Pfalz werden weltweit nachgefragt und geschätzt.

Ein deutlicher Beleg für die Innovationskraft der rheinland-pfälzischen Fahrzeugindustrie, ist die zunehmende Verbreitung sogenannter „Lead-plants“. Hier werden – innerhalb eines meist international aufgestellten Konzerns – gleichermaßen Entwicklung wie Produktion an einem Standort betrieben. So können innovative Produkte zügig und effizient entwickelt werden, kostengünstig in die Serienfertigung gebracht und schnell in den Markt eingeführt werden. Die enge Kopplung von Entwicklung und Produktion verschafft Lead-Plants einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Anders als bei reinen Produktionsstätten ist hier sichergestellt, dass kontinuierlich Innovationen erzeugt und in die Produktion überführt werden, was einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Absicherung der Standorte und damit einhergehend der dortigen Beschäftigung leistet.

Die Zusammenarbeit zwischen Fahrzeugherstellern und der breit aufgestellten Zulieferindustrie (oftmals kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist durch eine enge Kooperation charakterisiert, die weit über herkömmliche Kunden-Lieferantenbeziehungen hinausgeht. Bundesweit werden – mit steigender Tendenz – etwa 70 % der Wertschöpfung der Fahrzeugbranche im Zulieferbereich realisiert. In der rheinland-pfälzischen Fahrzeugindustrie liegt dieser Anteil noch höher. Die wachsende Bedeutung des Zulieferbereichs eröffnet insofern besondere Wachstumspotenziale für den Standort Rheinland-Pfalz, die sich aufgrund der engen Verflechtung mit anderen Branchen (z.B. Maschinen- und Anlagenbau, chemische Industrie, IT- und Elektroindustrie, etc.) potenzieren.

In zunehmendem Maße wird in der Fahrzeugindustrie die Stabilität und Verlässlichkeit von Kooperationsbeziehungen zwischen Herstellern und Zulieferunternehmen aber auch zwischen verschiedenen Zulieferunternehmen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Räumliche Nähe ist dabei ein wichtiges Kriterium. Zentral im Herzen Europas gelegen, mit kurzen Wegen zu einer Vielzahl von Herstellern bzw. Märkten und ausgestattet mit einer ausgezeichneten Verkehrs- und Logistikinfrastruktur bietet Rheinland-Pfalz hervorragende Voraussetzungen für dauerhafte Kunden-/Lieferantenbeziehungen.

Dank wettbewerbsfähiger Unternehmen mit innovativen und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat die rheinland-pfälzische Fahrzeugindustrie in der Vergangenheit ausgeprägte Technologie- und Kompetenzpotenziale entwickelt. Diese Potenziale gilt es einerseits nach außen verstärkt sichtbar zu machen und anderseits inhaltlich weiterzuentwickeln.

Wandel auf den internationalen Märkten

Eine Vielzahl grundlegender technischer, ökonomischer, ökologischer und sozialer Veränderungsprozesse führt zu teilweise fundamentalen Veränderungen in der Fahrzeugindustrie. Welche Folgen daraus für Produktpaletten, Produktionskonzepte und Geschäftsmodelle resultieren und wie die Vielfalt der Lösungsansätze ausgestaltet sein wird, welche sich am Markt behaupten können, lässt sich derzeit nur ansatzweise abschätzen.

Aktuell zeichnen sich drei relevante Entwicklungslinien ab, welche für die Fahrzeugindustrie von übergeordneter Bedeutung sind:

  • die vielfältigen Innovationen in der Antriebstechnologie hinsichtlich der unterschiedlichsten technologischen Konzepte (Benzin-, Diesel-, Elektro- und Gasmotoren, hybride Antriebe, Brennstoffzellen bzw. Wasserstoff aber auch synthetische Kraftstoffe zur Verwendung in konventionellen Verbrennungsmotoren),
  • das automatisierte bzw. das autonome Fahren in Verbindung mit dem vernetzten Fahren sowie
  • die Entstehung bzw. Entwicklung neuer Geschäftsfelder und neuer Geschäftsmodelle.

Vor allem die drei oben genannten Entwicklungslinien sind der Auslöser für weitreichende Veränderungen. Diese betreffen gleichermaßen die Fahrzeughersteller wie deren Zulieferer und wirken darüber hinaus auch in bisher branchenfremde Wertschöpfungsbereiche hinein. Diese Prozesse werden insgesamt

  • erheblichen Einfluss auf die Wertschöpfung der Hersteller von Fahrzeugen und deren Zulieferbetriebe – auch in deren Binnenverhältnis – haben,
  • bestehende Wertschöpfungsketten nachhaltig verändern,
  • neue Mobilitäts- und Geschäftsmodelle ermöglichen bzw. hervorbringen, bzw. existierende Geschäftsmodelle in Frage stellen,
  • umfassende Auswirkungen auf Art und Umfang der Beschäftigung in der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, den Zulieferbetrieben sowie auf Dienstleister und Kunden (Transport, Bau- und Landwirtschaft etc.) haben und
  • von Nutzern und Beschäftigten auch Offenheit für die Anwendung dieser neuen Technologien und Verfahren bzw. entsprechende Kompetenzen erfordern.

Dieser Struktur- und Technologiewandel wird spürbare Auswirkungen auf eine Vielzahl der Zulieferer entlang der gesamten Wertschöpfungskette, beginnend bei der Entwicklung, über Produktion, Vertrieb, After-Sales bis hin zu nachgelagerten Dienstleistungen und Services haben. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen müssen diesen Herausforderungen begegnen und sich mittels neuer Produkte sowie Dienstleistungen und Geschäftsmodellen am Markt entsprechend positionieren.

Chancen für Rheinland-Pfalz nutzen

Rheinland-Pfalz ist einerseits ein wettbewerbsfähiger Industriestandort, an dem zahlreiche international erfolgreiche Unternehmen der Fahrzeugindustrie angesiedelt sind. Unser Bundesland zeichnet sich zudem auch dadurch aus, dass es im Hinblick auf die Herausforderungen der Fahrzeugindustrie über eine Vielzahl exzellenter Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen verfügt. Diese betreiben auch in hohem Maße angewandte Forschung und Entwicklung und können Unternehmen bedarfsorientiert bei technischen sowie nicht-technischen Herausforderungen des Strukturwandels unterstützen. Insbesondere sind hierbei die vielfältigen Kompetenzen im IT- und Softwarebereich, im Maschinen- und Anlagenbau aber auch in den Bereichen Innovationsmanagement, strategische Planung und Geschäftsmodellentwicklung zu nennen. Ergänzt wird diese hervorragende Infrastruktur durch leistungsfähige Cluster und Netzwerke aber auch durch ein landesweit fachlich gut aufgestelltes Kfz-Gewerbe sowie verschiedene Einrichtungen des Landes, deren Kompetenzen gezielt genutzt werden können. Über dieses „Business Ecosystem Fahrzeugtechnik Rheinland-Pfalz“ werden Wirtschaft, Forschung und Politik gemeinsam den anstehenden Struktur- und Technologiewandel so gestalten, dass die rheinland-pfälzische Fahrzeugindustrie gestärkt aus ihm hervor geht. Insgesamt bietet Rheinland-Pfalz ein Umfeld, in dem die Fahrzeugindustrie hervorragende Voraussetzungen dafür findet, den Struktur- und Technologiewandel nicht nur zu bewältigen sondern zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition zu nutzen.

Ziel ist es, Rheinland-Pfalz als den Standort zu etablieren, an dem neue Fahrzeuge oder Fahrzeugteile entwickelt, erprobt, produziert und eingesetzt werden. Hierbei wollen wir Technologie-offen vorgehen, Forschung und Entwicklung in unserem Land stärken, die Wertschöpfung am Standort Rheinland-Pfalz steigern, Innovationen in unserem Bundesland lokalisieren und somit letztlich Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz sichern und wenn möglich ausbauen.

Dies wollen wir erreichen, in dem wir

  • den Austausch und die Kooperation des leistungsfähigen Umfeldes aus Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen – mit hohen Kompetenzen in Grundlagen- und angewandter Forschung in einer Vielzahl von Bereichen in und um die Fahrzeugindustrie – mit den Unternehmen der rheinland-pfälzische Fahrzeugindustrie sowie weiteren relevanten Partnern intensivieren,
  • die Vernetzung und die Steigerung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen der rheinland-pfälzischen Fahrzeugindustrie und hier insbesondere der KMU unterstützen,
  • Infrastrukturen und Rahmenbedingungen weiterentwickeln bzw. transparent machen, welche die Entfaltung der Potenziale der rheinland-pfälzischen Fahrzeugindustrie fördern oder ermöglichen und
  • Rheinland-Pfalz als attraktiven, Technologie-offenen Standort für die Entwicklung, Erprobung, Produktion und den Einsatz von Fahrzeugen bzw. Fahrzeugteilen sowie von neuen Geschäftsfeldern und Geschäftsmodellen rund um neue Fahrzeugkonzepte und Mobilitätsangebote noch sichtbarer machen.
Dr. Martin Thul
Dr. Martin ThulGeschäftsführer
Commercial Vehicle Cluster
Nutzfahrzeug GmbH

Europaallee 3-5
D – 67657 Kaiserslautern
TEL: 0631 – 414 862 50
FAX: 0631 – 414 862 59
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